Drei ergänzende Wege, um zu priorisieren, welche Produkte zuerst einer Gefährdungsbeurteilung unterzogen werden.
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Ihre Produkte befinden sich jetzt im System, und die nächste Frage lautet: Welche davon sollten Sie zuerst einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen? Nicht alle Produkte sind gleich gefährlich, und nicht alle Tätigkeiten bergen das gleiche Risiko. Dieser Artikel zeigt Ihnen drei Wege zur Priorisierung – damit Sie mit dem Wichtigsten beginnen können.
Warum dieser Schritt notwendig ist
Bevor Sie mit Gefährdungsbeurteilungen beginnen, ist es sinnvoll, zunächst ein erstes „Screening“ durchzuführen – einen Überblick darüber, welche Chemikalien und Tätigkeiten mit dem größten Risiko verbunden sind. Das hilft Ihnen, Ihre Energie an der richtigen Stelle einzusetzen und nicht am falschen Ende zu beginnen.
Einige Fragen, die Sie im Hinterkopf behalten sollten: Haben wir größere Risiken in der Arbeitsumgebung? Welche Chemikalien oder Prozesse erfordern sofortige Aufmerksamkeit? Wo in der Organisation liegen die höchsten Risiken?
Drei Wege, um die Risiken zu finden
Die drei Wege ergänzen sich gegenseitig. Sie können einen, zwei oder alle drei nutzen – wir empfehlen jedoch, mit den Priowerten zu beginnen und anschließend mit den beiden anderen abzugleichen.
Weg 1: Priowerte im Modul für Gefährdungsbeurteilungen
Der schnellste Weg, um einen ersten Überblick zu erhalten. Jedes Produkt erhält automatisch einen Priowert von 1 (höchste Priorität) bis 5 (niedrigste Priorität), hauptsächlich basierend auf den Gefahrenhinweisen aus Abschnitt 2 des Sicherheitsdatenblatts.
Navigieren Sie zu Tools > Gefährdungsbeurteilung. Dort sehen Sie alle inventarisierten Produkte der gewählten Abteilung zusammen mit dem Priowert:
- Nicht begonnen – Produkte, für die Sie noch keine Gefährdungsbeurteilung begonnen haben.
- In Bearbeitung – Gefährdungsbeurteilungen, die Sie begonnen, aber nicht abgeschlossen haben.
- Unterschrieben – Gefährdungsbeurteilungen, die Sie abgeschlossen und unterschrieben haben.
- Archiviert – Gefährdungsbeurteilungen, die Sie archiviert haben, zum Beispiel weil die Tätigkeit im Betrieb nicht mehr ausgeführt wird.
Weg 2: Beschränkungs- und Verbotslisten in der Übersicht
Manche Chemikalien erfordern aufgrund gesetzlicher Vorgaben besondere Aufmerksamkeit – Zulassungspflicht, Substitutionsarbeit oder besondere Beschränkungen. Auf der Seite Übersicht finden Sie den Bereich Beschränkungs- und Verbotslisten.
Wichtige Listen zur Kontrolle
Produkte auf diesen Listen sollten in der Gefährdungsbeurteilungsarbeit und in Substitutionsplänen besonders priorisiert werden.
Weg 3: Ihre eigenen Arbeitsprozesse
Sie kennen Ihren Betrieb am besten, und manche Risiken sind in einem Sicherheitsdatenblatt nicht ersichtlich. Lokales Wissen darüber, wie Chemikalien tatsächlich verwendet werden, ist oft genauso wichtig wie die Gefahrenbewertungen.
Beginnen Sie damit, Tätigkeiten und Prozesse aufzulisten, von denen Sie bereits wissen, dass sie ein hohes Risiko darstellen:
- Die häufigsten Tätigkeiten mit chemischen Produkten
- Prozesse mit sehr gefährlichen Chemikalien oder großen Mengen
- Prozesse mit zusätzlichen Risikoquellen (Staub, Wärmeentwicklung, Anforderungen an die Belüftung)
- Prozesse, bei denen es bereits zu Unfällen oder Beinaheunfällen gekommen ist
Das sind oft Tätigkeiten, die das System nicht für Sie kennzeichnen kann, da das Risiko in der Art der Verwendung liegt – nicht im Produkt allein.
So kombinieren Sie die drei Wege
Die drei Wege bieten unterschiedliche Perspektiven: Priowerte sagen etwas über das Produkt selbst aus, Beschränkungslisten sagen etwas über gesetzliche Vorgaben aus, und Ihre eigenen Prozesse sagen etwas darüber aus, wie das Produkt verwendet wird.
Sind Sie Bestandskunde und übernehmen die Arbeit wieder?
Haben Sie bereits eine priorisierte Liste und wissen, welche Produkte Sie einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen möchten – springen Sie direkt zu Artikel 5. Hat sich der Betrieb seit dem letzten Mal verändert (neue Produkte, Prozesse oder gesetzliche Anforderungen), kann es sich lohnen, das Screening kurz zu wiederholen, bevor Sie fortfahren.
Checkliste
- Wir haben das Modul für Gefährdungsbeurteilungen geöffnet und die Priowerte unserer Produkte angesehen
- Wir haben Übersicht > Beschränkungs- und Verbotslisten geprüft (oder Listen – Erweitert)
- Wir haben die eigenen Arbeitsprozesse mit dem größten Risiko identifiziert
- Wir haben eine priorisierte Liste, welche Produkte und Tätigkeiten wir zuerst einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen
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